Etappenfahrt 2019

Texte: Bejamin Agert und Wilhelm Schäfer
Fotos: Team Panaché

Los geht‘s

Die kostbare Fracht wird verladen.

Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.

Hurra. Der Busfahrer hat seinen Einkauf beendet. Jetzt geht es los.

1. Etappe Freiburg – St. Dié

Do. 30.05.2019

Distanz:
kürzer: 137km | 1590 hm
länger: 155km | 1720 hm

Nach sieben Stunden Busfahrt und acht Stunden Schlaf ging es heute mit den Neun-Uhr-Schlägen des Freiburger Münsters pünktlich auf die Vier-Länder-Tour. Am ersten Tag war natürlich Trikotpflicht. Nach 70 Kilometern flachen Einfahren und dem Passieren der deutsch-französischen Grenze ging es hoch in die Vogesen. 140 Kilometer, 1.600 Höhenmeter und eine Reifenpanne später erreichten alle gesund und munter das Hotel in St. Dié. Kurzes Kulturprogramm, essen, trinken, schlafen. Gute Nacht und bis morgen.

 

Dank eines japanischen Touristen: die komplette Mannschaft vor dem Freiburger Münster.

Fast schon kitschig: Wir starten mit dem Glockenschlag des Freiburger Münsters

Der Präsident übernimmt die erste Schicht in unserem Begleitfahrzeug  voller Vorfreude

Unser erster Grenzübertritt bei Breisach.

Erste kleine Pause.

Die Desperados der ambitionierten Gruppe

Die moderate Gruppe übernimmt die tägliche Reifenpanne. Die einen flicken, die anderen flitzen.

Irgendwo muss die Energie ja herkommen.

Der sportliche Leiter atmet tief durch. Bislang lief alles glatt.

Das Kulturprogramm: Michael erklärt uns das Fabikgebäude von Le Corbusier

 

2. Etappe St. Dié (F) – Metz (F)

Fr. 31.05.2019

Distanz:

kürzer: 147km | 970 hm
länger: 156km | 1070 hm

Die zweite Etappe wurde von unserem sportlichen Leiter Uli als „Regenerationsetappe“ angekündigt und führte über ca. 150 km und geschmeidige 1.200 hm (kurz) bzw. 1.300 hm (lang) aus dem Elsaß nach Lothringen. Nach 20 Kilometern haben wir uns mit Schulterblick von den Vogesen verabschiedet und nahmen Kurs auf Metz. Durch grüne Hügel und Felder ließ es sich bei hervorragendem Wetter angenehm rollen. Auch die RTC-Variante des belgischen Kreisels drehte sich zunehmend flüssig. Bis zur Mittagspause bei km 90 fuhren alle gemeinsam. Die ambitionierte Gruppe entschied sich danach für einen zusätzlichen Schwenker inkl. überraschender 20%-Rampe. Die moderate Gruppe ließ sich auch von einer weiteren Reifenpanne nicht aufhalten, bis bei km 120 der Schrecken aller Rennradfahrer wartete: Schotter, die fies-grobe Variante. Die Alternative war der Randstreifen der Bundesstraße mit 30-Tonnern in Höchstgeschwindigkeit. Lösung: Erst 1 km Schotter, danach 5 km Bundesstraße, bis endlich die imposante gotische Kathedrale von Metz am Horizont vor uns auftauchte. Nach der Dusche ging‘s zum Essen und schließlich zurück zum Hotel. Die Stimmung ist nach wie vor bestens, auch wenn sich das ein oder andere Zwicken bemerkbar macht.

Nächster Tag, neuer Elan.

Es rollt, die Stimmung prima.

Pause an der Friedhofsmauer

Unsere tägliche Reifenpanne.

Wir nötigen eine Autofahrerin zu einem Gruppenfoto. Gut geworden. Merci.

 

3. Etappe Metz (F) – Esch-sur-Sure (L)

Sa. 01.06.2019

Distanz:
kürzer: 139km | 1380 hm
länger: 150km | 1860 hm

Eine knappe Woche nach der Europawahl konnten wir heute zum wiederholten Male die Errungenschaften der offen Grenzen genießen. Es ging von Frankreich nach Luxemburg. Nach dem Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels rollten wir gemeinsam durch das noch schlafende Metz Richtung Moselradweg. Die ambitionierte Gruppe, die heute auf drei Fahrer geschrumpft war, wählte statt der Mosel eine hügelige Strecke. Bei km 60 trafen wir uns in der prallen Sonne zur ersten Pause. Nach publikumswirksamem Foto passierten wir die Grenze nach Luxemburg und fuhren durch wunderbare hügelige Landschaft und pittoreske Dörfchen. Dabei bewegten uns vor allem zwei Fragen: Auf wie viele Höhenmeter kommen wir heute? Wie teile ich mir meine Kraft für die Schlussanstiege ein? Bei Kilometer 109 stand aber zunächst die wohlverdiente Mittagspause an.  An einem schattigen, idyllischen Bachlauf hätten wir noch gut eine Stunde verweilen können aber auf den letzten 35 Kilometern des Tages waren ja schließlich noch über 600 Höhenmeter zu bewältigen. Letztlich wurden es 1.560 (kurz) und 2.100 (lang) Höhenmeter bis wir das wunderschöne Esch sur Sure erreichten. Müde aber zufrieden „freuen“ wir uns auf die nächsten Gipfel in den Ardennen.

Frühstück in Metz

Lieber doch den Bus?

Auf der kurzen Strecke entlang der Mosel

So könnte doch eigentlich die ganze Tour sein. Schön flach.

Land Nr. 2 auf unserer Tour: Luxemburg

Inspiriert durch Le Corbusier: Unser Modulor

2. Pause, sehr idyllisch, sehr erschöpft

Endlich sitzen …

Kaputt aber glücklich

Am Ziel: Esch-sur-Sure

4. Etappe Esch-sur-Sure (L) – Stavelot (B)

So. 02.06.2019

Distanz:
kürzer: 84km | 1450 hm
länger: 105km | 1822 hm

Das Streckenprofil des vierten Tages war schon im Vorfeld respekteinflößend. Unter dem Motto “RTC meets Lüttich-Bastogne-Lüttich“ galt es je nach Route vier bis sechs gepflegte Anstiege zu bewältigen, insgesamt bis zu 1.900 Höhenmeter. Nach dem Start heraus aus dem Talkessel von Esch sur Sure ging es direkt steil in die Höhe und nach kurzer Zeit über die Grenze nach Belgien. Dass das Bruttoinlandsprodukt der beiden Nachbarländer nicht auf dem gleichen Niveau liegt, merkten wir schlag(loch)artig am Straßenbelag. Bei 30 Grad und strahlendem Sonnenschein wurde der Tag vom ständigen Auf und Ab der hervorragend ausgetüftelten Route bestimmt. Aber auf radsporthistorischem Asphalt sind die Anstrengungen doch gleich ein bisschen leichter zu ertragen. Am Ende der heutigen Etappe stand noch ein Highlight auf dem Programm: Das Eddy Merckx-Denkmal auf dem Côte de Stockeu, für das sich allerdings nicht mehr alle Fahrer begeistern konnten, schließlich wartete im nahen Ziel das schicke Romantik-Hotel in Stavelot. Morgen geht es arbeits- bzw. erkältungsbedingt leider nur noch mit 16 Teilnehmern auf die Schlussetappe gen Köln.

Am Start an der Talsperre von Esch-sur-Sure

Der Grenzübertritt nach Belgien, diesmal ohne Schild.

RTC meets Bastogne.

An der Wendemarke

Durch das wilde Luxemburg.

Erholungspause im Schatten

Perspektivwechsel am Steuer des Begleitfahrzeuges

Standesgemäß in Stavelot

So kann der Tag ausklingen …

5. Etappe Stavelot (B) – Köln

Mo. 03.06.2019

Distanz:
kürzer: 124km | 1050 hm
länger: 142km | 1490 hm

Letzter Tag. Wir schälen uns aus unseren luxuriösen Betten, duschen noch einmal unnötigerweise, nur weil es so schön ist und gehen zum Frühstück. Alles vom Feinsten in Stavelot. Den Frühstücks-Sekt lassen wir lieber im Eiskühler. Eine gute Entscheidung, wie sich gleich am Anstieg raus aus Stavelot zeigt. Für die moderate Gruppe war das schon die größte Herausforderung des Tages, die Ambitionierten wollen Belgien nicht verlassen, ohne vorher noch einen letzten Anstieg von Lüttich-Bastogne-Lüttich mitzunehmen. Es ist etwas kühler und bedeckt, jetzt nach 4 Tagen voller Sonnenschein. Wir rollen entspannt dahin, genehmigen uns in Simmerath noch einen letzten Snack aus dem Begleitfahrzeug und genießen dann die wunderbare Abfahrt nach Brück. Routiniert kurbeln wir  noch mal eben den Anstieg nach Nideggen hoch. Das fällt jetzt leicht, denn oben warten ordentliche Stücke Kuchen und Kaffee auf uns. Offenkundig ideale Sporternährung, denn von Nideggen aus geht es flach und flott dem Dom entgegen. Zwischen Knapsack und Rodenkirchen verballern wir noch schnell überschüssige Energie bei unnötigen Ortsschildsprints. Wir rollen am Maternusplatz vorbei und genießen die bewundernden Blicke der Rodenkirchener, die ihre staubigen Helden empfangen. Kann sein, dass wir uns das nur einbilden, aber das spielt eigentlich auch keine Rolle. Auf jeden Fall sind wir stolz und auch ein bisschen wehmütig, als wir uns zum finalen Gruppenfoto vor dem Brückenpanorama am Rhein versammeln.

 

 

Die letzten Anstiege von LBL.

Zum letzten Mal über die Grenze.

Der RTC-Express rollt.

Die sportliche Leitung fährt voraus.

 

Ausgezehrt und abgemagert – wollen wir nicht sein. Kuchenstopp in Nideggen.

Geschafft. Gesund und munter zurück in Rodenkirchen.

Tolle Fahrt – tolles Team.
(Beim Abschlussfoto fehlen leider Benjamin und Matthias, die einen Tag früher abreisen mussten.)